Spielsucht

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Sportwetten machen Spaß. Sie sind spannend, leicht zu verstehen – und dank realistischer bzw. kalkulierbarer Gewinnchancen freuen sich Millionen Teilnehmer immer wieder über kleine oder sogar größere Geldgewinne. Doch gerade die Gewinnchancen und der einfache Einstieg über das Internet bergen die Gefahr einer Spielsucht. Die Veranstalter großer Sport-Events arbeiten inzwischen mit Anbietern von Sportwetten bzw. Buchmachern zusammen, weshalb das Angebot an Sportwetten von Woche zu Woche größer wird.

Jeder Teilnehmer beginnt mit kleinen Einsätzen. Wird ein Gewinn erzielt, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie lassen sich das Geld auszahlen und spielen später einmal wieder. Oder Sie investieren den Gewinn sofort als Einsatz für neue Wetten. Hier liegt der typische Beginn eines Suchtverhaltens: Wer seine Gewinne direkt in neue Einsätze verwandelt, „spürt“ gar nicht, dass er Geld ausgibt.

Egal, wie oft Sie gewinnen – die Verluste bei Sportwetten zehren statistisch gesehen Ihre Gewinne auf lange Sicht auf. Aus diesem Grunde entwickeln manche Spieler den Ehrgeiz, das verlorene Geld zurückgewinnen zu wollen – und dies teilweise mit sehr viel Glück sogar zunächst schaffen. Geht es Ihnen auch so? Dann sollten Sie aufpassen, denn: Mit diesem Erfolgserlebnis kann die Sucht begünstigt werden.

Beflügelt vom Erfolg werden immer größere Beträge gesetzt. Das Wetten wird ein fester Bestandteil des Terminkalenders, die Gedanken kreisen um das Thema, das Vergleichen der Spielergebnisse wird vom Hobby zum wichtigsten Teil des Tages. Und das Schlimmste: Das damit verbundene Wechselbad der Gefühle wirken sich negativ auf das persönliche Wohlbefinden aus, erschwert soziale Kontakte, stört die Arbeits- und Kommunikationsfähigkeit – und kann zum finanziellen und gesellschaftlichen Absturz führen.

Wie kann man sich vor der Spielsucht schützen?

Wenn Sie Sportwetten als Freizeitspaß betrachten, kleine Einsätze spielen und problemlos einige Wochen darauf verzichten können, ist alles in Ordnung.

Wenn die Sportwetten bereits einen wichtigen Platz in Ihrem Tagesablauf und Ihren Gedanken haben, sind Sie potenziell suchtgefährdet. Versuchen Sie bewusst, einige Zeit darauf zu verzichten. Gelingt Ihnen das nicht, stellen Sie sich bitte ehrlich folgende Fragen: Wetten Sie, um sich von Problemen oder unangenehmen Gedanken abzulenken? Beeinflussen die Sportwetten Ihre sozialen Kontakte? Vernachlässigen Sie Freunde und Familie? Verzichten Sie auf Ausgaben, um sich die Wetteinsätze leisten zu können, oder leihen Sie sich Geld dafür? Hängt Ihre emotionale Verfassung unmittelbar vom Ausgang der Wetten ab?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit Ja beantworten, sollten Sie sich an eine Beratungsstelle zur Spielsuchtprävention wenden, die auf jeder Sportwetten-Website angegeben sind. Offiziell leiden übrigens rund 200.000 Menschen in Deutschland an Sportwetten-Spielsucht. Über die Dunkelziffer liegen keinerlei Schätzungen vor.